Zisterne
Eine Zisterne ist ein im Erdreich eingebauter Wasserspeicher, der Regenwasser von Dachflächen sammelt und für die Gartenbewässerung — oder bei größerer Auslegung auch für Toilettenspülung und Waschmaschine — bereitstellt. Im Unterschied zur oberirdischen Regentonne ist die Zisterne unsichtbar, frostsicher und kann deutlich größere Volumina von 2.000 bis 10.000+ Litern speichern.
Materialien
- Polyethylen (PE): Der Standard im Garten. Leicht, einfach zu transportieren und einzubauen, frostsicher unter der Frostgrenze. Lebensdauer 30+ Jahre. Volumen typisch 1.500–6.500 L. Preisbereich: 800–3.000 € je nach Größe.
- Beton: Massiv, sehr langlebig (50+ Jahre), für sehr große Volumina (10.000 L+). Erfordert Lkw-Kran beim Einbau, deutlich teurer in der Anschaffung, aber extrem druckbeständig — auch bei Befahrbarkeit über der Zisterne (Pkw, kleiner Lkw).
- GFK (Glasfaser): Selten, hochwertige Spezialanwendungen — Mittelding zwischen PE und Beton.
Welche Größe brauchst du?
Faustregel: pro 100 m² Rasenfläche im Sommer ~1.000 L Wasser pro Woche. Eine Zisterne sollte ca. 6 Wochen Reserve bieten, also für 200 m² Rasen +50 m² Beet etwa 4.000–5.000 L.
- Kleiner Garten (bis 100 m² Bewässerungsfläche): 1.500–2.500 L
- Mittlerer Garten (100–250 m²): 3.000–5.000 L
- Großer Garten (>250 m²) oder Hausanbindung: 6.000–10.000 L
Wichtig: Auch die Auffangfläche muss zur Zisternengröße passen. Aus einem 100-m²-Dach kommen pro 1 mm Regen ca. 100 L runter. Bei 500 mm Jahresniederschlag also ~50.000 L pro Jahr theoretisch — realistisch nach Verlusten und Verdunstung ca. 80 %.
Einbau-Themen, die du wissen solltest
- Grundwasserstand: Bei hohem Grundwasser drückt das Wasser von außen — leere Zisterne kann hochgedrückt werden. Dann braucht's Auftriebssicherung.
- Befahrbarkeit: Standard-PE-Zisternen vertragen keine Befahrung. Wenn die Zisterne unter der Auffahrt oder einem Stellplatz liegt, brauchst du eine begehbare oder befahrbare Variante (PKW-fest oder LKW-fest).
- Frostfrei einbauen: Oberkante mindestens 80 cm unter Geländeniveau, damit Frost nicht eindringt.
- Filtersystem im Zulauf: Vor der Zisterne kommt ein Vorfilter, der Blätter und Grobschmutz vom Dach abfängt — sonst verschlammt die Zisterne in wenigen Jahren.
- Überlauf zum Versickern: Bei Vollwasser fließt das überschüssige Wasser ins Erdreich oder die Kanalisation — Plan muss zum lokalen Wasserrecht passen.
- Einbau-Aufwand: Bagger oder Minibagger ist Pflicht, eintägige Grabarbeit. Selbstbau möglich, vom Tiefbauer professioneller.
Wann lohnt sich eine Zisterne — und wann nicht?
Lohnt sich:
- Großer Garten (>200 m²) mit intensivem Wasserbedarf
- Wer das Wasser auch im Haus (WC, Waschmaschine) nutzen will
- Bei langen Trockenperioden, in denen Leitungswasser teuer oder rationiert wird
Lohnt sich nicht (besser oberirdischer Tank oder Regentonne):
- Kleiner Garten mit Bewässerungsbedarf unter 1.000 L/Woche
- Wenn du Mieter bist oder häufig umziehst — Investition wird beim Umzug nicht mit dir gehen
- Bei felsigem Untergrund oder sehr hohem Grundwasser, wo der Einbau enorm teuer wird
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